Newsletter der BFGoe

Sehr geehrte Damen und Herren,

schon sind wir wieder am Jahresende. Das SGB II feiert bald sein 10-jähriges und kann nicht erwachsen werden. 2015 soll mal wieder alles besser werden. Letzteres ist ein zum Jahresende viel geäußerter Wunsch, der aber oft intendiert, dass das ausgehende Jahr wohl nicht ganz so prickelnd war, wie erhofft. Das können wir von der BFGoe nicht so sagen. 2014 war voll von neuen Ideen, Entwicklungen, tollen Kontakten und gerade zum Ende des Jahres hin zu schönen Erfolgen.

Am 2.12. wurde in Hannover unser „Markt der Berufe“ in der Göttingen DITIP-Gemeinde vom deutsch-türkischen Netzwerk Bereich Wirtschaft mit deren Innovationspreis ausgezeichnet. Thomas Deimel-Bessler berichtet darüber.

Für eine optimierte Verbesserung der Übergänge von der Schule in den Beruf wurden viele Weichen gestellt, die 2015 zum Erfolg führen sollen. Stadt und Landkreis Göttingen haben es sich zur gemeinsamen Aufgabe gemacht, die kommunale Koordinierung der Übergänge und der Angebote mit allen Verantwortlichen so weiter zu entwickeln, dass Ausbildung besser gelingt und Warteschleifen vermieden werden. Dafür wurden trotz knapper Kassen zusätzliche Mittel bereitgestellt. Über die Umsetzung und Ergebnisse werden wir im nächsten Jahr berichten.

Unter der Federführung der Agentur für Arbeit, mit den optierenden Landkreisen Göttingen und Osterode am Harz und mit der BFGoe wurde der gemeinsame Antrag im Modellprojekt Schwerbehinderte des BMAS als förderwürdig ausgewählt. Im Frühjahr soll die Umsetzung in der Fläche starten. Judith Hagedorn-Wucherpfennig berichtet über die Ziele und Besonderheiten.

Das Thema junge Flüchtlinge und deren berufliche und schulische Integration wird die Kommunen vermutlich in den nächsten Jahren stark beschäftigen. Allein im Landkreis Göttingen sind aktuell fast 200 unbegleitete Jugendliche in der Obhut der Jugendhilfe. Die Gesetzgebung ist darauf aber noch gar nicht richtig vorbereitet und es wird dringend Zeit die Sozialgesetze und das Ausländerrecht so anzupassen, dass schnelle Integrationen möglich werden. Christian Stoll von der Jugendhilfe Niedersachsen berichtet von seinen Erfahrungen.

Dass Existenzgründungsberatung eine der Kernkompetenzen der BFGoe ist, darüber wurde bereits mehrfach berichtet. Nun ging aber ein Traum unseres Teams der Gründungsberatung Mobil in Erfüllung. Mit dem stockWERK süd können wir GründerInnen und Selbstständigen Räumlichkeiten zu fairen Preisen und attraktiven Rahmenbedingungen anbieten. Christian Schmelcher berichtet.

Ich wünsche allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Ihr Dietmar Linne

Jugendliche mit Migrationshintergrund an betriebliche Ausbildung heranführen
„Markt der Berufe“ erhält Auszeichnung

Die Preisverleihung am 2.12.2014 in Hannover: von links Jasmin Arbabian-Vogel (DTN), Dr. Horst Schrage (IHK), Mehmet Tugcu (BFGoe), Natalja Schneidmüller (BFGoe), Mustafa Keskin (DITIB), Bürgermeister Wilhelm Gerhardy (Stadt Göttingen), Ymri Shabani (Bild: Thomas Deimel-Bessler)

Die Beschäftigungsförderung Göttingen hat mit der Berufsmesse „Markt der Berufe“ den mit 2.500 Euro dotierten Gesellschaftspreis des Deutsch-Türkischen Netzwerkes gewonnen. Ausgezeichnet wird die erste Interkulturelle Ausbildungsmesse in der DITIB Gemeinde in Göttingen mit dem 1. Preis in der Kategorie Wirtschaft.

20 Unternehmen und Schulen aus dem Gesundheitswesen hatten sich an der Messe für Jugendliche mit Migrationshintergrund beteiligt. „Die Messe war eine Veranstaltung auf Augenhöhe zwischen den Betrieben und den Jugendlichen“, erklärt Mehmet Tugcu, Mitorganisator der Veranstaltung.

Die Zustimmung der Islamisch Türkischen Gemeinde zu Göttingen (DITIB), die Messe auf dem Gelände der Moschee durchzuführen kam schnell: „Wir haben die Gemeinde aus dem Grund angesprochen, da wir unsere Veranstaltung dort machen möchten, wo sie unsere Zielgruppe, die Jugendlichen, auch erreicht“, so Thomas Deimel-Bessler von der BFGoe.

Und so versammelten sich am 20. Juni 2014 unterschiedlichste Ausbilder aus der Region, um Jugendlichen die Berührungsängste gegenüber einer betrieblichen Ausbildung zu nehmen. „Wir müssen die Jugendlichen und auch die Eltern erreichen, um etwas zu verändern, so Deimel-Bessler, „wir müssen den Menschen zeigen, dass eine betriebliche Ausbildung genauso gut ist, wie ein Studium“. Die Unternehmen sind von der Idee überzeugt, die Hälfte von ihnen hat bereits eine Zusage für den nächsten Markt der Berufe 2015 gegeben.

„Was wir für die nächste Messe noch machen müssen ist, die Schulen und die Beratungsstellen für Einwanderer stärker mit einzubeziehen“, davon sind beide Organisatoren überzeugt.

Dass aber bereits die diesjährige Veranstaltung ein Erfolg war, zeigt auch das Video über die Messe:

zum Video >>

Hilfe für Schwerbehinderte
BFGoe und Agentur für Arbeit planen neues Projekt: „Mittendrin“

Die Zusammenarbeit hat sich gelohnt, angeregt von der Sozialdezernentin der Stadt Göttingen Frau Dr. Schlapeit-Beck setzten sich die Stadt und die Landkreise Göttingen und Osterode am Harz, die Agentur für Arbeit und die BfGoe im Herbst zusammen, um zu überlegen, wie sich die berufliche Integration von schwerbehinderten Menschen in der Region verbessern ließe. Unterstützt von über 20 Kooperationspartnern, kam ein Konzept heraus, dass von einem Expertengremium des Bundesarbeitsministeriums als besonders förderwürdig bewertet wurde.

Es geht darum, schwerbehinderten Menschen bei der Suche nach einer Anstellung zu unterstützen: „Mittendrin“ heißt das ehrgeizige Projekt. Antragstellerin ist die Agentur für Arbeit. Umgesetzt wird das Angebot ab März 2015 durch die BFGoe, unterstützt von allen Partnern. „Alle Personen, die an der speziellen Beratung und Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt interessiert sind, können sich um Aufnahme in das Projekt bewerben“, erklärt Judith Hagedorn-Wucherpfennig von der BFGoe. Vermittelt werden sollen Personen, die aufgrund ihrer Behinderung zwar beeinträchtigt jedoch durchaus arbeitsfähig sind.

Das Projekt Mittendrin hat eine Laufzeit von 36 Monaten. Zwischen dem 1. März 2015 und dem 28. Februar 2018 werden von der BFGoe eingestellte Fachkräfte in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und allen beteiligten Institutionen in Stadt und Landkreis Göttingen und Osterode am Harz versuchen, vorhandene Stellen in der Region zu stabilisieren und den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die Teilnehmer/innen im Projekt werden individuell auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und können die erste Monate nach Aufnahme einer Beschäftigung begleitet werden. Zudem soll eine Sensibilisierung der Arbeitgeber durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit erfolgen und eine Hotline für alle offenen Fragen der Betriebe eingerichtet werden.

Insgesamt können 210 Personen in das Programm aufgenommen werden: „Unser Ziel ist es mindestens 63 von ihnen in den Job zu bringen“, so Hagedorn-Wucherpfennig. Dadurch würde sich die Integrationsquote in der Region deutlich verbessern. Die Ergebnisse des Projekts sollen dazu genutzt werden, um Maßnahmen für ein weiteres Vorgehen zu planen.

Finanziert wird „Mittendrin“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Projektträger ist das DLR, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, welches auch für die Abwicklung der Projektförderung zuständig ist.
Flyer mit dem die Jugendhilfe Gastfamilien für unbegleitete Flüchtlinge sucht

Unbegleitete junge Flüchtlinge machen Praktikum in Tischlerei
Neue Zusammenarbeit zwischen BFGoe und dem Fachdienst BEW/Fachteam Junge Flüchtlinge der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen

Fast 80 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden von der Jugendhilfe Südniedersachsen betreut, 51 davon vom Fachteam Junge Flüchtlinge im Betreuten Einzelwohnen. „Im vergangenen halben Jahr hat sich die Zahl der Jugendlichen verdoppelt“, so Christian Stoll, Leiter des Fachdienstes BEW/FtjF.

Die Jugendlichen, fast ausschließlich Jungen, stammen in erster Linie aus Eritrea, Afghanistan und mittlerweile verstärkt aus Syrien und Irak. Sie kommen in Friedland ohne Begleitung an, Schlepper haben die Jugendlichen nach Deutschland eingeschleust. Hier werden sie in die Obhut des Jugendamtes gegeben. „Wir sind dann dafür zuständig, dass die Kinder eine Tagesstruktur bekommen und sich hier eingliedern können“, so Stoll, „die Jugendlichen suchen nach einer neuen Perspektive für ihr Leben“. Die beginnt mit einem Sprachkurs, einem ausführlichem Freizeitangebot mit Sport, Theater, Kunstprojekten und Veranstaltungen, einer medizinischen Rundumversorgung und dem Besuch einer Schule. Fast 30 der Jugendlichen gehen auf die Regelschule, drei weitere haben eine Ausbildung begonnen. Die Jugendhilfe Südniedersachsen arbeitet hier eng mit den Beratungsstellen in der Region zusammen, wie dem Migrationszentrum und dem Haus der Kulturen. Untergebracht sind die meisten Jungen in betreuten WGs, die wenigen Mädchen leben in Gastfamilien.

In den Herbstferien gab es eine erste Zusammenarbeit mit der BFGoe. „Wir haben die Tischlerei der Beschäftigungsförderung angesprochen und gefragt, ob einige der Jungs dort ein Praktikum machen können. Die haben sofort ja gesagt und dann haben wir 2 mal 4 Tage Praktikum in der Tischlerei angeboten“.

Das Projekt war ein voller Erfolg findet Stoll, der sich eine Ausweitung der Zusammenarbeit gut vorstellen kann. Die Jugendlichen, von denen bereits einige handwerkliche Fähigkeiten aus ihrer Heimat mitbringen, haben in den vier Tagen Frühstücksbrettchen und Vogelhäuschen gebaut.

17 Mitarbeiter umfasst das Team zur Betreuung der unbegleiteten Flüchtlinge mittlerweile. Angefangen haben sie vor zweieinhalb Jahren mit drei Leuten. „Wir versuchen den Jugendlichen die Hilfe zu geben, die sie für die Integration hier in Deutschland brauchen, einen Schulabschluss und eine Ausbildung. Und wir versuchen ihnen den Start in dieser für sie völlig fremden Kultur zu erleichtern, denn die meisten, die hier ankommen sind, sind von ihrer Flucht und der Situation in der Heimat traumatisiert“.

Ideenschmiede und Inkubator
„stockWERK süd“: Dienstleistungszentrum für Existenzgründer eröffnet

stockWERK süd wird feierlich eröffnet: von links Jessica Kuhn-Aldea, Dirk Mederer, Georgia Fideoglou, Dr. Dagmar Schlapeit-Beck, Florian Drude und Christian Schmelcher (Bild: Carolin Schäufele)

Die Idee, ein innenstadtnahes Dienstleistungszentrum für Existenzgründer/innen und Selbstständige zu gründen, gab es schon länger. Ende Oktober war es dann soweit, der Idee folgte die Umsetzung: das „stockWERK süd“ wurde in der Lotzestraße 22c eröffnet.

Göttingens Sozialdezernentin Dr. Dagmar Schlapeit-Beck lobte in ihrer Eröffnungsrede das Ziel der Einrichtung, durch Angebote mit sozialverträglichen Stundensätzen das (klein)unternehmerische Klima in Göttingen weiter zu fördern.

Auch Christian Schmelcher, Abteilungsleiter der BFGoe, zeigte sich mit der Zusammensetzung der einzelnen Parteien sehr zufrieden: „Wir haben ein richtiges Traumportfolio“.
Neben der Gründungsberatung MOBIL sitzen im „stockWERK süd“ die Rechtsanwältin Jessica Kuhn-Aldea mit Schwerpunkt auf Verwaltungs-, Sozial- und Patientenrecht, die Diplom-Kauffrau Georgia Fideoglou mit einer Buchhaltungsstelle sowie das Mediennetzwerk mediapool Göttingen mit Dirk Mederer, Jürgen Jenauer und Carolin Schäufele.

Aufgaben von stockWERK süd: die Einrichtung soll Kreativzentrum, Ideenschmiede und Inkubator sein.

Beschäftigungsförderung Göttingen – kAöR
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Redaktion:
Dietmar Linne (verantwortlich), Antje Toftmann, Carolin Schäufele (Text)